Referenzen/Presse/Buch Kritik

Zu: Musik für den Stummfilm

«Das Buch schließt eine große Lücke in der Musikgeschichtsschreibung
des 20. Jahrhunderts.»

Christian Baier, Österreichische Musikzeitschrift, Nr.10-11, 1993


«Vielleicht würde heute Igor Strawinskys Antwort auf die Frage, was Filmmusik sei, angesichts der Entdeckungsfreudigkeit angehender musikwissenschaftlicher Akademiker anders  lauten als "bemaltes Papier",verbunden mit dem Hinweis zur Bescheidung auf ihre Aufgabe als "Tapete".
Mit Staunen würde er das Bemühen registrieren, dass sich Fabich  in seiner vorliegenden Studie auferlegte, eigens für den Film komponierte Musik ...  als das künstlerische der Stummfilmzeit zu begreifen und ihr einen adäquaten Stellenwert zuzuweisen.»

Beate Hiltner, Neue Musikzeitung 2/1994


« ... hier ist eine sehr wertvolle Materialsammlung entstanden. Zudem hat der Autor sehr gründlich recherchiert. Die mühsame Quellenarbeit versteckt sich in den Fußnoten. Sie wird für die historisch getreuen Aufführungen alter Filme von großem Nutzen sein»

Helga de la Motte, Die Musikforschung, 4/95


«Rainer Fabich hat in seiner Dissertation nach jahrelangen Recherchen umfangreiches und schwer zugängliches Material zusammengetragen und aufgearbeitet.»

Medien & Erziehung, 1/96


Originalkompositionen für den Stummfilm. Rezension "Rainer Fabich: Musik für den Stummfilm. Analysierende Beschreibung originaler Filmkompositionen (= Europäische Hochschulschriften: Reihe 36, Musikwissenschaft; Bd. 94), Frankfurt a. M.: Peter Lang 1993",

Claudia Bullerjahn in: Musica, 48. Jg., Heft 2, März/April 1994, S. 103-104.



Zu Metropolis

…."Metropolis in/aus Trümmern" ist, wie es im Untertitel heißt, "die Premierenfassung, den erhaltenen Varianten und Fragmenten, Drehbuch, Partitur, Zensurkarten, Kritiken, Fotos in kritischer Abwägung nacherzählt von Enno Patalas (Film) und Rainer Fabich (Musik)". Geradezu manisch die Quellen beschreibend, produziert der Band dem inneren Auge die hypothetische Optimalversion des Films. Doch kann das Buch, wie Patalas betont, nicht das letzte Wort zum Thema sein. Vielmehr soll es einem zukünftigen Projekt dienen, als Exposé einer DVD-Inszenierung, die dem Benutzer die Freiheit böte, seinen eigenen Film mit Material aus dem filmischen Steinbruch namens "Metropolis" zu montieren.”

Die Welt 14.4.2001, Ralph Eue in Spannender als der Film



Die DVD des Jahres! Endlich ist sie erschienen: die ultimative Fassung von METROPO- LIS, dem vermutlich meistgesehenen deutschen Film, oft veröffentlicht, aber eben oft auch in verstümmelten, verkürzten, unscharfen oder sonstwie veränderten Versionen …
Die vorliegende neue Rekonstruktion basiert auf seiner Vorarbeit und seinen für das Münchner Filmmuseum angefertigten vorherigen Rekonstruktionen. Der Audio-Kommentar basiert auf seinem Buch Metropolis in / aus Trümmern, inklusive der Anmerkungen zur Musik von Rainer Fabich”

Olaf Brill, DVD Review in
www.filmhistoriker.de , 12 Apr 2003



“Metrolopis gehört zu den deutschen Filmklassikern. Dennoch ist der Fritz-Lang-Film seit
der Uraufführung 1925 wie kaum ein anderes Werk be- und überarbeitet worden. Es wurden nicht nur gewaltsame Kürzungen vorgenommen, der Film wurde neu montiert und
zum Teil sogar neu getextet. Die Originalfassung, die Thea von Harbou geschrieben,
Fritz Lang gedreht und deren Musik Gottfried Huppertz komponiert hatte, verschwand
hinter diesen Eingriffen.
Enno Patalas und Rainer Fabich haben nun die mühevolle Arbeit auf sich genommen,
die Premierenfassung zu rekonstruieren. Anhand von "erhaltenen Varianten, Fragmenten,
dem Drehbuch, der Partitur, Zensurkarten, Kritiken, Fotos" haben sie sich detektivisch
ans Werk gemacht.
Diese filmhistorische Fleißleistung wurde vom Rechteinhaber, der Murnau-Stiftung, in
Auftrag gegeben und im übrigen auch gefördert durch ein Stipendium der DEFA-Stiftung.
Die vorliegende Buchfassung diente als Grundlage für eine Fassung, die bei der Berlinale
2001 präsentiert und anschließend bei Arte ausgestrahlt wurde. Insofern könnte das
Resultat, so die Autoren, auch als "Exposé" gelesen werden für eine DVD-Inszenierung.
In welcher Form auch immer - die akribische Arbeit des Autorenduos ist eine verdienst-
volle Rekonstruktion eines der ersten deutschen Filmklassikers und ermöglicht endlich
eine angemessene Würdigung des Werkes, so wie es von Fritz Lang, Thea von Harbou
und Gottfried Huppertz gedacht und verwirklicht worden war.

Anne Schulz, in „aim“, Köln 2004



Metropolis hat in der Filmgeschichte den Stellenwert einer Ikone bzw. gehört zum Kanon jener Filme, die als Meisterwerke gelten…
Metropolis in/ausTrümmern ist in erster Linie eine genaue Beschreibung des Films (auf dem heutigen Stand der Rekonstruktion) und der Musik dazu (ausgehend von einem erhalten gebliebenen, annotierten Klavierauszug aus der Originalkomposition zum Film)…

Der Anspruch von Patalas (und seines Mitautors Fabich) findet sich in der Vorbemerkung formuliert, als "Versuch einer Beschreibung - des Überlieferten nicht nur, sondern auch des Verlorenen, wie es aus Spuren sich herauslesen läßt (...), auch aus den Spuren der Eingriffe der Channing Pollock und Paul Reno. Geht man ihnen nach, so wird deutlich, was sie änderten, woran sie Anstoß nahmen, und wie beim Rücklauf eines Filmstreifens richten zusammengebrochene Mauern sich wieder auf, schießen die Trümmer zusammen, saugen den Staub auf...
Die Mauern, die sich wieder aufrichten sollen, sind jene der Premierenfassung von Metropolis, die zwischen Januar und Mai 1927 nur etwa 15.000 Berliner und Berlinbesucher gesehen und gehört haben (also auch mit der von Gottfried Huppertz für den Film komponierten Musik)…
Der Kern des Buchs ist im Grunde ein Filmprotokoll, allerdings ein reich illustriertes und mit Zitaten aus Originalquellen angereichertes. Die Attraktivität für am Film Metropolis Interessierte besteht genau in dieser Anreicherung und Illustration (nur spärlich finden sich dagegen Bezugnahmen auf andere Forschungsarbeiten).
Besonders ergiebig unter den Anreicherungen erscheinen: die vielfach den Filmbildern oder Protokollteilen beigefügten Zitate aus dem Drehbuch - in der blumigen, aber dennoch detailgenauen Sprache der Drehbuch-Autorin Thea von Harbou; weiters natürlich die Zitate des Kameramanns, der Filmarchitekten, Trickspezialisten, Filmkritiker u. a. Aufschlußreich sind auch einzelne Vergleiche zwischen der deutschen Rekonstruk- tion und anglo-amerikanischen Fassungen des Films, besonders wenn diese Sinnver- schiebungen deutlich machen. Nicht nur Kenner/innen werden zudem von Rainer Fabichs Charakterisierung der Musik zu bestimmten Einstellungen bzw. der unterschiedlichen musikalischen Themen profitieren.

Dr. Guntram Geser, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Uni- versität Wien, 19.04.2001

 

  Komponist

Musiker

Dozent

headok